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ZABH- Eisenhüttenstadt


Nicht weit vom Zentrum Eisenhüttenstadts liegt das große Areal von hohen Zäunen umgeben: das Erstaufnahmelager.
Von Stacheldraht umgeben, befindet sich dort auch der Abschiebeknast. Für alle Bewohner des Lagers ein Angst einflößendes Gebäude.
Die ehemalige Militärkaserne bietet Platz für ca. 800 Flüchtlinge. Häufig jedoch sind es nicht mehr als 100, die dort für gut 3 Monate leben. Anschließend werden sie auf andere Unterkünfte in Brandenburg verteilt.
In diesen 3 Monaten müssen sie einen Asylantrag stellen. Für die meisten ist dies ein sehr anstrengendes und aufreibendes Verfahren, nicht zuletzt, weil es oft Monate dauert.
Jeder Tag im Lager ist streng durchorganisiert. Frühstück gibt es um 8.00, um 12.00 Mittagessen und um 17.00 Abendessen. Ein Putzplan sorgt dafür, dass alles sauber gehalten wird. Mit zusätzlichen Arbeiten, in Haus oder Garten, können sich die Flüchtlinge 1 €/h zu ihrem Taschengeld von 40 € im Monat dazuverdienen.
Den Rest des Tages vertreiben sie sich häufig mit Fußballspielen, Fernsehen oder sie sitzen zusammen und unterhalten sich. 
Deutschunterricht gibt es nicht. Viele von ihnen würden sich einen solchen sehr wünschen. 
Über Erlebtes oder Gründe der Flucht sprechen sie nur ungern oder gar nicht - viele sind schwer traumatisiert. 
Dennoch sind einige Flüchtlinge froh hier zu sein, ein Dach über dem Kopf und etwas zu Essen zu haben. Andere dagegen fühlen sich eingesperrt, sich mit ihren Problemen alleingelassen und unverstanden.
Den Beginn eines neuen Lebens haben sie sich völlig anders vorgestellt.