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Kosovo-Plementina


Im Herbst 2009 hat Deutschland ein Rückführungsabkommen mit dem Kosovo unterzeichnet. Dies beinhaltet, dass 10 Jahre nach dem Krieg, 40.000 Flüchtlinge zurück in den Kosovo, einem Land, dessen wirtschaftliche und politische Lage sich noch nicht stabilisiert hat, abgeschoben werden sollen.
Besonders betroffen davon sind Minderheiten, wie Roma, Sinti und Aschkali.
Sie kommen nach Deutschland in der Hoffnung, dass ihre Kinder hier zur Schule gehen können, um später eine Arbeit zu finden. 
Den Statistiken nach zu urteilen, die eine Arbeitslosenrate von nahezu 60% errechnen, ist es der Regierung nicht möglich eine Grundlage zu neuen Existenzgründungen zu schaffen. Vor allem Rückkehrende, die einen gescheiterten Versuch im Ausland gewagt haben, sind sich nun selbst überlassen. 
Sie sind auf Gelder von Verwandten im Ausland angewiesen und es ist schon lange keine Seltenheit mehr, dass bis zu acht Personen in zwei Zimmern leben. 
Vielen wird eine derartige Situation zu einer immensen psychischen Belastung. Sie werden zum einen von der Erinnerung an die traumatischen Kriegserlebnisse und die darauf folgende Diskriminierung verfolgt und müssen zum anderen dabei zusehen, wie sich ihre Kinder von der Heimat abwenden.

Eine halbe Stunde Autofahrt von Pristina entfernt, liegt das kleine Dorf Plementina, in dem hauptsächlich Romafamilien leben. Das Dorf besteht aus kleinen heruntergekommenen Häusern, neben denen sich bunte Müllberge türmen.
In einem dieser Häuser lebt Redep Karushi mit seiner Frau und ihren 5 Kindern.
Seit fast 5 Monaten sind sie hier. Vor etwas mehr als einem Jahr hatten sie beschlossen nach Deutschland zu gehen, nachdem Redep erfolglos Arbeit suchte, um seine Familie zu ernähren.
Acht Monate lebten sie in Deutschland, dann wurde ihr Asylantrag mit der Begründung aufgehoben, es bestünde in ihrem Heimatland keine Gefahr für Leib und Seele.

Sie gingen freiwillig, denn so stand ihnen für ein halbes Jahr finanzielle Unterstützung zu.
Das halbe Jahr ist fast vorbei und wieder hat Redep keine Arbeit gefunden. Die Situation ist schwierig. Unbezahlte Arztrechnungen für die asthmakranke Frau stapeln sich und der kleine 4 jährige Sohn Turkijan kann nicht zur Schule gehen, da er seiner Mutter im Haushalt helfen muss.
Nichtsdestotrotz lässt sich Familie Karushi nicht entmutigen und hofft insgeheim weiter auf eine neue Chance.